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Motorenöle

Wie erreicht man Mehrbereichcharakteristik von Motorenölen?

  a) Durch Einsatz von Ölen mit hohem natürlichem Viskositätsindex, z.B. Synthetikölen oder
b) durch Einsatz von Viskositätsindexverbesserern oder
c) durch Kombination von a) und b).

Kann man Mineralöl und synthetisches Öl mischen?

  Ja, das ist heutzutage problemlos.

Kann ein lange mit Mineralöl betriebener Motor problemlos auf Synthetiköl umgestellt werden?

  Prinzipiell ja, wenn auch Verschleiß nicht rückgängig gemacht werden kann. Durch die Verwendung von Synthetiköl wird ein solcher Motor meist deutlich von Verbrennungsrückständen - insbesondere an den Kolben - gereinigt, was kurzzeitig zu einem höheren Ölverbrauch führen kann, der sich dann jedoch wieder stabilisiert, sofern der Motor technisch einwandfrei ist.

Kann es am Öl liegen, wenn ein Zweitakter Öl aus dem stark verkohlten Auspuff wirft?

  Ja. Oftmals ist jedoch eine zu reich dosierte Einstellung der Ölpumpe verantwortlich, was die Werkstatt überprüfen kann. Gegebenenfalls auf bessere Ölqualität umsteigen.

Bringen Rennöle grundsätzlich eine Leistungssteigerung?

  Nicht unbedingt. Rennöle können auch auf maximale Haltbarkeit ausgelegt sein, z.B. für Endurance-Rennen.

Muss qualitativ hochwertiges Öl seltener gewechselt werden?

  Eigentlich ja, doch werden die Wechselintervalle von den Motorenherstellern verbindlich vorgegeben.

Wie hoch darf die Öltemperatur ansteigen?

  Die üblicherweise im Ölsumpf gemessenen Temperaturen sind nicht ausschlaggebend. Die höchsten Temperaturen entstehen am Kolben (1. Ringnut) und können bis zu 300 Grad Celsius betragen. Wann ein Motor aufgibt, ist sehr unterschiedlich. Einige vertragen Ölsumpftemperaturen von 160 Grad Celsius, bei anderen sind 125 Grad Celsius bereits höchst bedenklich.

Kann man auch andere Viskositäten benutzen als die vorgeschriebenen?

  Ja, die Viskosität allein sagt nichts über die Qualität eines Öls aus.

Wie hoch liegen die typischen Metallgehalte in Gebrauchtölen?

  Nach 5.000 km findet man bis zu 100 mg/kg Eisengehalt in einem Gebrauchtöl. Kupfer, Blei und Aluminium z.B. liegen viel niedriger.

Gibt es Motoren, die nicht mit Synthetikölen betrieben werden sollten?

  Ja, nämlich Oldtimer bzw. klassische Motorräder. Außerdem Motoren mit sehr hoher Laufleistung, die ausschließlich mit Mineralöl betrieben wurden und schon an erhöhtem Ölverbrauch leiden.